Die Schattenmaske

Kreativer Schwerpunkt des Schattenprozesses ist die Entwicklung seiner eigenen Schattenmaske. In ihr bündeln sich all die Gefühle und Erfahrungen, die im Laufe unseres Lebens unseren "Schatten“ herausgebildet haben. Dieser "Schatten“ wird sehr oft auch zu einer Maske in unserem Leben. Nur noch "masken-" und schablonenhaft reagieren wir auf viele Situationen in unserem Leben.

Durch die Bewusstwerdung dieses Mechanismus, dadurch, dass wir unseren Schatten lebendig werden lassen und am eigenen Leib erfahren, wird die Kraft wieder frei gesetzt, die zuvor durch die "unerlösten" Persönlichkeitsanteile gebunden war. Diese ganzheitliche Erfahrung ermöglicht es, die meist schon in der Kindheit abgespaltenen Persönlichkeitsanteile wieder in die eigene Person zu integrieren. Zudem wächst ein Verständnis dafür, wie sehr das, was man an sich selbst nicht sehen möchte, unbewusst das eigene Erleben der Welt bestimmt. Statt andere mit Macht verändern zu wollen, können wir unsere Aufmerksamkeit auf die „Nachentwicklung“ unserer eigenen Schattenseiten richten. Der nächste Schritt im Schattenprozess ist dann das Abnehmen all unserer Masken. Plötzlich wird spürbar, was Leben und Begegnung ohne Masken sein kann.

Die Auseinandersetzung mit dem eigenen "Schatten" erleichtert es einem, sich selbst und andere in aller Unvollkommenheit verstehen und annehmen zu lernen. Seine Integration in die Gesamtpersönlichkeit, zählt nach Jung indes zu den zentralen Aufgaben des menschlichen Reifeprozesses.